• Badisches Zupforchester

Reise nach Schottland 8.-16. Juni 2017

„ ... on the bonnie, bonnie banks o‘ Loch Lomond “

„Many thanks to everyone involved in tonight's wonderful music making.  Superb playing that transported the audience to another place altogether.  It was a privilege to listen to you all.  Please return to Scotland soon, and have a safe journey back to Germany. Congratulations - and continue to play your beautiful music for us!”

- So Margaret Rougvie in einer Nachricht, die sie uns unmittelbar nach dem Konzert in Roslin schickte.

Die Konzertreise des BZO nach Schottland während der baden-württembergischen Pfingstferien begann  mit einer Probe in Maximiliansau, denn schon am Abend des Ankunftstages spielten wir in York unser erstes Konzert. Das erste Ziel war jedoch Cambridge, wo wir in den frühen Morgenstunden bei strahlend blauem Himmel durch das Universitätsviertel spazierten und die ehrwürdigen Gebäude von außen bestaunten. In York hatten wir nachmittags Zeit die Altstadt zu besuchen. Viele haben sich vor allem die höchst eindrucksvolle Kathedrale angesehen, die zudem auf Gebäudefundamenten des römischen Eburacum steht. Das Konzert fand abends in der Heworth Methodist Church statt und war von der Classical Guitar Society organisiert worden. Wie bei allen Konzerten spielten nicht nur das BZO, sondern auch die Gastgeber. Eine besondere Ehre war für uns, dass die Tochter des 1938 nach Großbritannien emigrierten Komponisten Hans Gál anwesend war, dessen Capriccio wir Programm hatten. Nach dem Konzert besuchten wir mit unseren Gastgebern ein sehr gemütliches Pub (The Walnuttree), wo selbst hartnäckige Weintrinker sich zu einem pint überreden ließen.

Am Samstag ging die Fahrt weiter nach Hamilton, unser „Stützpunkt“ für die Auftritte in Glasgow und Edinburgh. Unterwegs statteten wir Housesteads, einem der vielen Kastelle am Hadrianswall, einen viel zu kurzen Besuch ab. Abends gaben wir gemeinsam mit dem Da Capo Alba Orchestra ein Konzert in der gut besuchten St. Silas Epicopal Church in Glasgow. Dem Konzert folgte ein gemeinsames Abendessen mit unseren Gastgebern.

Am Sonntagvormittag hatten wir Gelegenheit, uns Edinburgh anzusehen. Schon am frühen Nachmittag stand ein weiteres kleines Konzert auf dem Programm, diesmal in einer Mädchenschule. Außer dem BZO spielte Mango (das Jugendorchester von Da Capo Alba) und das Gitarrenensemble der Schule. Auch am Montagvormittag spielten wir in einer Schule, der Calderglen High School, vor ausgesprochen aufmerksamen, etwa 14-16jährigen SchülerInnen – natürlich alle in Schuluniform, was einen seltsamen Kontrast zum Orchester ergab, denn wir waren eher leger gekleidet. Besonders gut kam hier Niflheimers letzte Fahrt aus Christopher Grafschmidts Schattenreich an.

Neben Schattenreich und Capriccio umfasste das Programm Asturias von Isaac Albéniz, Battalia von Heinrich Ignaz Franz von Biber, die Sonate K 213 von Domenico Scarlatti und Salut d’amour von Edward Elgar. Als Zugabe spielten wir wahlweise Skabbalabaster von Christopher Grafschmidt, Intermezzo sinfonico von Pietro Mascagni oder aber (in Glasgow gemeinsam mit Da Capo Alba) Loch Lomond, eine Art schottische (National-)Hymne, bei der nicht nur das Orchester mitsang, sondern auch das Publikum. Dieses Programm wurde bei den Schulauftritten, die Barabara Pommerenke-Steel für uns organisiert hat, dem Anlass entsprechend gekürzt.

Am Montagnachmittag bekamen wir eine sehr abwechslungsreiche Führung durch Glasgow und hatten anschließend Zeit, uns auf eigene Faust in Glasgow umzusehen. An den beiden folgenden Tagen hatten wir keine musikalischen Verpflichtungen: Unser Bus brachte uns weiter nach Norden in die Highlands. Unterwegs besichtigten wir die Glengoyne Distillery und bekamen einen Einblick in die Whiskyproduktion, wir machten einen Stopp am Loch Lomond und besuchten Kilchum Castle im strömenden Regen. Am Mittwoch stand der Besuch des Küstenstädtchens Oban auf dem Programm. Unterwegs wurden wir nicht nur auf das Wunder der Falls of Lora aufmerksam gemacht: hier ändert sich zweimal täglich die Fließrichtung des Stromes, abhängig von den Gezeiten -, sondern besuchten auch Dunstaffnage Castle. In Oban lernten wir eine weitere Whisky Distille kennen, außerdem wurden wir von einem Spross der Familie durch Dunollie Castle geführt, das uns mit einem phantastischen Ausblick auf das Meer und die vorgelagerten Inseln überraschte.

Am Donnerstag kehrten wir in den Südosten Schottlands nach Roslin zurück, wo wir viel Zeit zur Besichtigung der Rosslyn Chapel hatten, in der einige Szenen aus Dan Browns Da Vinci Code verfilmt wurden. Abends gaben wir gemeinsam mit dem Edinburgh Mandolin & Guitar Orchestra das letzte Konzert der Reise in der . Musikalisch war dies sicher der Höhepunkt der Reise. Wir spielten wieder vor einem wunderbaren Publikum, was das Orchester in nahezu euphorische Stimmung versetzte und dem Orchester ermöglichte, sich weiter zu steigern.

Alles in allem war es eine sehr gelungene Reise. Wir durften unsere schottischen Gastgeber als außerordentlich gastfreundlich erleben (in jeder Konzertpause gab es Kuchen und Tee, im Anschluss Berge von Sandwiches), die Schotten überhaupt als sehr freundlich. Für viele war es sicher auch eine höchst angenehme Überraschung, dass man in Schottland sehr gut essen kann, halten sich doch hartnäckige Gerüchte, was die Esskultur des Inselvolkes angeht.

Ganz großer Dank gebührt allen, die diese Reise organisiert und vorbereitet haben. Da sind zunächst Andrew Forrest aus Yorck, Barbara Pommerenke-Steel und Andrew Burnside vom EMGO zu nennen. Unser großer Dank gilt Gerhard Wetzel und Christopher Grafschmidt für die intensive, arbeitsreiche Vorbereitung. Er gilt dem Goetheinstitut München und Glasgow für die finanzielle Unterstützung. Christian Wernicke hat das Orchester wie immer souverän und einfühlsam geleitet. Schließlich sollen auch unsere Busfahrer Jürgen Trischan und Fadil Osmani nicht unerwähnt bleiben, die uns sicher durch halb Europa gefahren haben, die immer entspannt und gelassen waren, egal wie eng und kurvig die Sträßchen wurden, und im Notfall auch einige Straßenbauhütchen beiseite geräumt haben.

Diemut Zittel










Aktuelle Beiträge

Alle ansehen