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Arbeitsphase in Staufen mit Konzert in Freiburg April 2026

Am Wochenende des 25. und 26. April 2026 traf sich das Badische Zupforchester unter Leitung seines Dirigenten Jan-Paul Reinke zu einer Probenphase mit Konzert im Breisgau. Die Proben fanden im Kulturhotel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände e.V. in Staufen, das Konzert in der Friedenskirche in Freiburg statt. Mit dieser Arbeitsphase und dem Auftritt beim eurofestival zupfmusik des BDZ in Bruchsal im Mai endet die Zusammenarbeit des BZO mit Jan-Paul Reinke, der dessen musikalische Leitung 2019 übernahm. Das Orchester arbeitet seit nun bereits vielen Jahren mit wechselnden Dirigenten, und so war das Ende dieser gemeinsamen Zeit bereits lange geplant.

Es war also ein Wochenende, das unter den besonderen Vorzeichen des nahenden Abschieds von Orchester und Dirigenten stand, die in den sieben Jahren musikalisch wie menschlich stark zusammengewachsen waren. So wurde während der Arbeitsphase immer wieder reflektiert, wie sich über die Zeit das musikalische Interagieren und die wechselseitige Vertrautheit verfeinerten. Zum Ausdruck gebracht wurde die gegenseitige Wertschätzung und Dankbarkeit des Badischen Zupforchesters und seines Dirigenten, Jan-Paul Reinke. Wie immer war seine Einstudierung hochklassig, von größter fachlicher Fundierung und technischer Finesse, und die gemeinsame Zeit war von äußerst angenehmer Atmosphäre und viel Humor geprägt. Die Zusammenarbeit mit diesem wunderbaren Dirigenten war und ist eine große Freude! Und vielleicht bringt die Zukunft ja noch einmal das ein oder andere gemeinsame Projekt.

Auch aufgrund einer weiteren Gegebenheit gab es bei dieser Arbeitsphase eine Besonderheit: Jan-Paul Reinke trat mit dem BZO erstmals auch als Solist auf. Die Proben sowie die Aufführung des ersten Satzes aus Georg Joseph Voglers Klavierkonzert C-Dur in Bearbeitung für Zupforchester leitete er vom Klavier aus – in einer Besetzung, die für Dirigenten und Orchester eine neue Erfahrung darstellte.

Am Sonntag, 26. April, wechselte das Ensemble nach der vormittäglichen Probe den Ort und fuhr bei sonnigem Wetter durch die schöne Landschaft des Breisgaus von Staufen nach Freiburg, wo um 18 Uhr in der Friedenskirche das vom BZO organisierte Konzert stattfand (wofür wie für all die Planung Gerhard Wetzel sehr zu danken ist). Die Kirche fasst ca 200 Personen und wurde vom Publikum sehr gut besucht. Durch das Programm führte gewohnt informativ und humorvoll Christopher Grafschmidt, dem für dessen hochwertige Kompositionen und Arrangements immer wieder aufs Neue großer Dank gebührt. Aus seiner ersten Moderation erfuhr man, dass die Musik von Kurt Schwaen (1909–2007) von der Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreographin Mary Wigman beeinflusst wurde und diese auch auf seine das Programm eröffnende Abendmusik wirkte. Dieser Klassiker der Zupfmusik wurde überdies zu einem von Jan-Paul Reinke meistgeschätzen Werken des Repertoires mit dem BZO. Es folgte das bereits erwähnte Konzert von Georg Joseph Vogler (1749–1814), der der Mannheimer Schule angehört, mit Jan Paul-Reinke, ebenfalls aus Mannheim stammend, als hervorragendem Solisten am Klavier. Die Anordnung des Flügels auf der Bühne über dem darunter sitzenden Zupforchester bot einen transparenten Gesamtklang dieser seltenen Kombination. Es folgte Christopher Grafschmidts Schnipseljagd – ebenso ein Lieblingsstück des Dirigenten aus den gemeinsamen Jahren, dessen Urheberschaft der Komponist aufgrund der ausschließlichen Zusammensetzung aus etwa 250 Zitaten unterschiedlichster Genres augenzwinkernd anzweifelte. In der einen spannenden dramaturgischen Verlauf nehmenden Collage rufen die „Schnipsel“ im Zusammenwirken eine gänzlich andere Wirkung als im Original hervor. Nächster Programmpunkt: Die von stilistischen Merkmalen der Musik der Gitanos (spanischer Roma) geprägten Danzas gitanas op. 55 von Joaquin Turina (1882–1949). Sie sind im Original für Klavier solo. Das BZO spielte den temperamentvollen ersten Satz Zambra. Mit Der Wandler für Fagott und Zupforchester von Christopher Grafschmidt stand ein weiteres Solowerk und zudem eine Uraufführung auf dem Programm. Es durchläuft Passagen in Anlehnung an verschiedenste musikalische Stile. Als Fagottistin konnte das BZO hierfür Desiree Brechter gewinnen, die bereits in den Projekten des Zupforchesters mit Bläserensemble 2024 mitwirkte. Sie gab den mal mysteriös anmutenden, mal motorischen, mal scherzhaft klingenden Phasen des Wandlers vortrefflich Charakter.

Den von Tanz und folkloristischen Elementen geprägten Schluss des offiziellen Programms bildete wieder ein Stück, das sich schon länger im gemeinsamen Repertoire mit Jan-Paul Reinke befindet, nämlich die von Gustav Holst (1874–1934) ursprünglich für das Streichorchester der Mädchen-Schule St. Paul in England geschriebene St. Paul’s Suite. Das begeisterte Publikum hörte darauf als Zugabe I got rhythm, das berühmte Lied von George Gershwin (1898–1937), womit Desiree Brechter am Fagott zusammen mit dem BZO das Publikum beschwingt in den Abend verabschiedeten.


Philippe Wolter



 
 
 

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